Unser Deutsch-Kanadische Männerchor Calgary unternahm kürzlich eine Chorreise nach Süd – England wo wir vom 27 September bis 10 Oktober vier englische Chöre besuchten.

Anlass war die Einladung des Männergesangverein Brighton zu einem Sänger Wettbewerb, aber auch unser Bestreben zu den Feierlichkeiten des 150. Jubiläums beizutragen.

Die Reise wurde von unserem Reisekomitee unter der Leitung von Kyle Maschmeyer geplant. Ganz gewiss keine leichte Aufgabe. Außer einem preisgünstigsten Flug müssten auch Hotels und Bus gefunden und gebucht werden für unsere Gruppe von über 40 Personen; Auftritte, Pianos, und Chorprobentermine, Besichtigungen usw. müssten mit anderen Chören abgestimmt und dann mit Busfahrerbestimmungen in Einklang gebracht werden. Musikinstrumente für solche Reise mitzunehmen ist gar nicht so einfach: so musste für ein Cello als „Sonderpassagier“ ein extra Sitz gebucht werden. Das hatte – wie unsere Reiseleiter Doug Broszat zufrieden feststellte, den Vorteil, dass dieser „Passagier“ niemals abtrünnig  werden könnte oder anderweitig die erlaubte Zeit während Besichtigungen und Restaurantpausen überschreiten würde ...

Unser erstes Ziel war Bournemouth, wo wir mit unserer Dirigentin Susan Woodward und begleitet von Jeannie Park (Klavier), Liz Tremblay (Cello) und Diane Valentine (Violine) zusammen mit dem Männergesangverein Bournemouth unter Mark Burstow ein gemeinsames Konzert gaben.

Das liebliche Urlaubstädtchen an der Südküste Englands, das warme „Willkommen“ der englischen Sangesbrüder und die gute Akustik der St. Ambrose Kirche ermunterten uns zu gutem Singen und ließen die Strapazen der langen Anreise und den Jetlag schnell vergessen.

Dann ging’s weiter nördlich. Das gemeinsame Konzert mit dem Polizei Männergesangverein Shrewsbury war ein großer Erfolg. Die Shrewsbury Baptist Kirche war bis zum letzten Platz gefüllt. Das begeisterte Willkommen, das man uns als Kanadiern bot, hatte so ein bisschen was von dem guten Gefühl eines Familientreffens ... sehr schön.

So wie unser Chor ist auch der Polizei Männergesangverein Shrewsbury mehrsprachig: dort es ist deutlich, die Wiederbelebung der Walliser Sprache zu erkennen. Das zeigt sich in zweisprachigen Straßenschildern, Curriculum einiger Schulen usw. Tags darauf nahmen wir Teil an einem Spaziergang durch die Altstadt für die unsere Gastgeber einen kündigen Fremdenführer organisiert hatte. Wir sahen viele wohlerhaltene oder restaurierte Gebäude, die zum Teil bis ins frühe Mittelalter zurück reichten. Besiedelt seit über 1200 Jahren ist Shrewsbury auch die Geburtsstadt des Charles Darwin.

Wir besuchten unterwegs einige andere Sehenswürdigkeiten Englands, wie Warwick Castle, Salisbury oder Stonehenge, doch auf der Fahrt zu unserem nächsten Ziel, Brighton, waren wir in Gedanken mit dem bevorstehenden Sängerwettbewerb beschäftigt ... eigentlich nicht nur in Gedanken. Unsere Direktorin sogar hat eine Übung im Bus versucht ... nicht unbedingt ein voller Erfolg!

Trotzdem hatten wir am nächsten Tag ein schönes Konzert mit dem  Männergesangverein St. Stythian unter Ken Downing und unseren neuen Freunden aus Bournemouth unter Mark Burstow in der Kirche Our Lady of Lourdes in Rottingdean.

Hier hatten wir auch erstmals die Gelegenheit  den Herren Dr. Roy Wales, Brian Kendall und Tommy Ryan zu danken für ihre federführende Rolle bei der Planung des Sängerwettbewerbs.

Die grosse Zahl der am Sängerwettbewerb in der St. George’s Kirche in Brighton teilnehmender Chöre erstaunte uns etwas. Wir erfuhren, dass das Chorwesen in England auf eine lange Tradition zurück geht; zum Beispiel gibt es in der Grafschaft Shropshire mit seinen etwa 300,000 Einwohnern über 50 Chöre, ähnlich wie in Essex und anderen Gemeinden.  Viele der Chöre haben zwei Chorproben in der Woche, und manchmal 20-25 Konzerte im Jahr.

So waren wir stolz auf das Auskommen des Wettbewerbs: auf einer 100 Punkte Skala trennten uns nur vier Punkte vom Gewinner.

Die Bewertung der Chöre durch die dreistimmige Jury erfolgte nach Kriterien wie Phrasierung,  Ausdruck, Einblendung der Stimmen, Betonung, Dynamik usw... eben all das, worüber Chorleiter manchmal schlaflose Nächte verbringen.

Zum Abschluss unserer Tour hatten wir dann noch ein schönes Konzert mit dem Männergesangverein Chelmsford unter der Leitung von Eddie Carden in der Trinity Methodist Kirche. An den freundlichen Empfang, den kräftigen Applaus und den „Afterglow“, an dem auch der Bürgermeister Herr Lumley teilnahm, werden wir noch lange denken.

Und das war das Ende unserer Tour. Insgesamt waren wir froh, dass ein böser Grippebazillus uns erst spät während der Tour angegriffen hat und so unser Vorhaben nicht hindern konnte, die kulturelle Vielfalt Albertas im Jubiläumsjahr Kanadas würdig zu vertreten.  Nun richten wir unsere Gedanken auf unser Adventskonzert am 10. Dezember in der St Bonifatius Kirche.

 

Deutsch-Kanadische Männerchor Calgary